Jobcoaching & berufliche Integration

Jobcoaching (Synonym: betriebliches Arbeitstraining)

Definitionen

„Jobcoaching ist die methodisch fundierte Unterstützung der betrieblichen Inklusion eines Menschen mit Behinderung an seinem Praktikums- oder Arbeitsplatz durch Förderung der hierfür notwendigen individuellen und betrieblichen Lernprozesse.“

Hötten & Hirsch, S. 11, 2014       

"JobcoachingAP...

  1. ist ein definiertes Leistungsangebot zur nachhaltigen Teilhabe am Arbeitsleben einer Person mit besonderem Unterstützungsbedarf in einem Betrieb oder einer Dienststelle des allgemeinen Arbeitsmarktes.
  2. findet im Wesentlichen im Betrieb am Praktikums-, Qualifizierungs-, Ausbildungs-/ Umschulungs- oder Arbeitsplatz der Person mit besonderem Unterstützungsbedarf statt.
  3. wird von betriebsexternen Fachkräften durchgeführt, die sich in den Arbeitsalltag der Person mit besonderem Unterstützungsbedarf einbinden.
  4. hat das Ziel die betrieblich Beteiligten (Person mit besonderem Unterstützungsbedarf, Führungskräfte und Kolleginnen) zu befähigen, eigene Lösungen zu entwickeln.
  5. initiiert und gestaltet Lern- und Entwicklungsprozesse a. der Person mit besonderem Unterstützungsbedarf zur Erbringung der betrieblichen Anforderungen an seinem/ihrem Praktikums-, Qualifizierungs-, Ausbildungs-, Umschulungs- oder Arbeitsplatz.
    b. der Kolleginnen, Führungskräfte und weiterer betrieblich Beteiligter zur Gestaltung individueller Arbeitsinhalte und der Arbeitssituation.
  6. ist ein bedarfsabhängiger, zeitlich begrenzter, ziel- und ergebnisorientierter Prozess von in der Regel mehreren Monaten.
  7. kann zur Arbeitsplatzanbahnung oder zur Arbeitsplatzsicherung innerhalb von oder in Kombination mit anderen Unterstützungsangeboten oder auch einzelstehend durchgeführt werden."

BAG UB: Forum Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP (2019).
bag-ub.de/dl/QNW_JC/2019-03-27%20BAG%20UB%20Definition%20und%20Selbstverstaendnis.pdf
Zugriff: 23.04.19

Im Forum „Qualitätsnetzwerk JobcoachingAP" der BAG UB, in dem wir mitwirkten, entstand die oben aufgeführte Definition. Weitere Erarbeitungen des Forums entnehmen Sie folgendem Link:

bag-ub.de/qualitaetsnetzwerk-jobcoaching


Weiteres Infos zum Thema Jobcoaching:

Längere Arbeitsunfähigkeiten oder massive Probleme im Arbeitsverhältnis führen häufig zu einer veränderten Leistungsfähigkeit, die oftmals begründet ist durch Erkrankung oder Behinderung. In solchen Fällen kann die Einschaltung eines Jobcoaches notwendig sein.
Jobcoaches sind Experten für betriebliche Lernprozesse und vereinen die Kenntnisse über Ressourcen und Bedarfe von Menschen mit und ohne Behinderungen am Arbeitsplatz. Es geht um praxisnahes Lernen unmittelbar am Arbeitsplatz.

„Jobcoaches sind auf Grund ihrer engen betrieblichen Einbindung Ratgeber für den behinderten Menschen, für Kollegen und Führungskräfte“ (LWL, 2016).

Typische Anlässe für ein Jobcoaching sind:

  • Neueinstellungen eines Menschen mit Behinderung/Einschränkung mit erhöhtem Unterstützungsbedarf bei der Einarbeitung
  • erheblich veränderte Arbeitsanforderungen
  • die Umsetzung an einen anderen Arbeitsplatz
  • behinderungsgerechter Qualifizierungsbedarf
  • Vermeidung einer Kündigung bzw. einer Erwerbsminderungsrente

Jobcoaching gibt es in der Bundesrepublik seit ca. 20 Jahren. Im neunten Sozialgesetzbuch ist es gesetzlicher Bestandteil von Leistungen für Menschen mit Behinderungen:

  • § 38a SGB IX Unterstützte Beschäftigung
  • § 33 SGB IX Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

Die gesetzliche Grundlage für tätige Jobcoaches bietet der §102 SBG IX in Verbindung mit §24 der SchwbAV.

Beratung auf dem Weg zum passenden Arbeitsplatz

Nach einem Unfall/einer Erkrankung bedarf es häufig gezielter Beratung, um einen individuell passenden Arbeitsplatz zu finden. Gerne leisten wir hierzu fachlich professionelle Unterstützung.
Das Ziel ist eine höchst mögliche Selbstständigkeit innerhalb der beruflichen Umgebung zu erreichen.

Unsere Leistung:

  • Entwicklung von beruflichen Alternativen (Erkennen von Fähigkeiten und benötigten Rahmenbedingungen)
  • Erarbeiten eines leidensgerechten Arbeitsplatzes
  • Erstellung und Nutzung von individuellen Bewerbungsunterlagen in Bezug auf die Behinderung/ Einschränkung
  • Nutzung von Selbstvermittlungskompetenzen im Bewerbungsprozess

Haben Sie Fragen zu diesem Thema?

Dann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.